Stärken und Schwächen auf der Spur

GRÜNSTADT/HETTENLEIDELHEIM: Die Auftaktphase für das Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept hat begonnen


Die Zusammenarbeit zwischen den Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim sowie der Stadt Grünstadt tritt in in eine neue Phase. Am morgigen Donnerstag sollen die politischen Vertreter der drei Gebietskörperschaften sowie Ortsbürgermeister, Beigeordnete und Fraktionsvorsitzende über die nächsten Schritte hin zum Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (Ilek) für das Leiningerland informiert werden.

Die Teilnahme an dem bundesweit bekannten Konzept, das die vorhandenen Chancen und Risiken auslotet und Zukunftsperspektiven für den ländlichen Raum aufzeigen soll, war in der Region Grünstadt/Hettenleidelheim im Herbst des vergangenen Jahres beschlossen worden. Das mit den ersten vorbereitenden Untersuchungen beauftragte Landauer Beratungszentrum für kommunale Kinder-, Jugend- und Bürgerbeteiligung (Kobra) hat inzwischen die ersten Ergebnisse geliefert, die morgen den politisch Verantwortlichen als Denkanstöße vorgestellt werden.

Federführend für das Ilek-Leiningerland ist die Verbandsgemeinde Grünstadt-Land. Wie deren Erster Beigeordneter Reinhold Niederhöfer und Bauamtsleiter Erwin Fuchs erläuterten, ermuntere das rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium Kommunen, ein solches Konzept erstellen zu lassen und fördere dies auch finanziell. „Im Prinzip geht es darum, Konzepte zu erarbeiten und umzusetzen, die helfen sollen, eine Region wirtschaftlich zu stärken und damit attraktiv für die Menschen zu machen", so Niederhöfer. Damit solle auch dem demografischen Wandel in ländlichen Gebieten begegnet werden, der Überalterung, dem Wegzug jüngerer Familien, dem Verlust von Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten, Schulen oder Lebensmittelläden.

Die Erarbeitung eines Ilek ist in vier Stufen angelegt ...: Am Anfang steht eine Stärken-Schwächen-Analyse für die Region. Fuchs: „Für die Ausarbeitung dieser Analyse wurden insgesamt zehn Fachgruppen gebildet, die sich mit Themenkomplexen wie Weinbau, Landwirtschaft, Tourismus, aber auch Verkehr, Sport oder Kultur beschäftigen."... Die Fachgruppen tagten oder tagen unter der Anleitung von  Kobra. Mitte Dezember solen die Ergebnisse vorliegen, damit die Stärke-Schwäche-Analyse ausgearbeitet werden kann...

Beispielsweise, so erläutert Erwin Fuchs, habe die Fachgruppe bemängelt, dass es in der Verbandsgemeinde Hettenledelheim keine Tourist-Information gibt. Positiv sei von den Touristikern dagegen die Nähe von Wein und Wald vermerkt worden sowie die gute Verkehrsanbindung.

Den Prozess aktiv vorantreiben sollen aber nicht nur die Verwaltungen, sondern vor allem die Bewohner der Region. Denn ein wesentlicher Aspekt in der Umsetzung eines Ilek sei die Bürgerbeteiligung. Um die Menschen im Leiningerland für das Projekt zu sensibilisieren, wird es laut Niederhöfer spätestens im Februar oder März 2009 eine zentrale Auftaktveranstaltung geben, der weitere Bürgerversammlungen auf Ortsebene folgen sollen. Parallel dazu würden vier Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit regionaler Wirtschaft, Landwirtschaft und Weinbau, Tourismus und gesellschaftlicher Entwicklung befassen.

Am Ende des Entwicklungsprozesses steht der Beginn des so genannten Regionalmanagements: die Umsetzung konkreter Projekte, mit denen sich die Menschen in der Region identifizieren können und von denen beispielsweise die touristische Entwicklung profitiert...

Nicht zuletzt liegt auch im Anzapfen von Fördertöpfen eine wesentliche Motivation für benachbarte Kommunen, gemeinsam ein Ilek zu erarbeiten. Das Land Rheinland-Pfalz übernimmt für die Ausarbeitung des Konzepts 75 Prozent der Kosten, maximal 50.000 Euro. Für das Regionalmanagement gibt es dann maximal drei Jahre lang höchstens 50.000 Euro, im vierten Jahr 40.000, im fünften Jahr noch 30.000 Euro.

Die Rheinpfalz, 12. November 2008

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