Ansturm zum Auftakt

Grosskarlbach: 400 Leute kommen zu Vorstellung des Entwicklungsprojekts fürs Leiningerland

Mit Hilfe von Arbeitsgruppen und Bürgern soll im Leiningerland in den nächsten Jahren vieles verbessert werden. Unterstützt vom Land, wollen die Stadt Grünstadt sowie die beiden Verbandsgemeinden Grünstadt-Land und Hettenleidelheim ein Konzept zur „Integrierten ländlichen Entwicklung" (ILE) verwirklichen. Bei der Auftaktveranstaltung am Donnerstag in Großkarlbach haben etwa 400 Besucher ihr Interesse für das Vorhaben gezeigt.

„Ich muss sehen, wie ich meine Leute auf die Schicht kriege." So fasste eine Unternehmerin aus der Region im Bürgerhaus ihre Probleme mit dem öffentlichen Nahverkehr zusammen. Da sollten Verbesserungen her - ebenso wie bei schnellen Internet-Anschlüssen.

Das Leiningerland sei ländlich strukturiert, und deshalb stehe es tatsächlich vor großen Herausforderungen, sagte die Bad Dürkheimer Landrätin Sabine Röhl (SPD). Beispielhaft nannte sie die Globalisierung der landwirtschaftlichen Märkte, den damit verbundenen Wandel in den Agrarstrukturen und die demographische Entwicklung. In dieser Situation solle das ILE helfen: „Es geht um die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse,..." In drei Kreisgebieten werde jetzt angestrebt, was bereits im Februar 2006 den Bürgermeistern vorgestellt wurde. Während es in zwei Gebieten noch Diskussionsbedarf gebe, sei „die Sinnhaftigkeit des Zusammenhalts hier im Norden des Landkreises eindeutig".

Dass der Zusammenhalt unter den Kommunen des Leiningerlandes Voraussetzung für das Erreichen der Ziele sei, machten mehrere Redner deutlich. Der Erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land, Reinhold Niederhöfer (SPD), betonte, es habe nichts mit dem anstehenden Wahlkampf zu tun, wenn jetzt auch die politischen Parteien zur Mitarbeit an diesem Konzept aufriefen. Es gehe um eine überparteiliche Bürgerbeteiligung, bei der „ausschließlich die Meinung der Menschen zu ihren Lebensverhältnissen und zur Zukunft in einer von Gott gesegneten Landschaft zählt".

Die pfälzische Weinkönigin Patricia Frank aus Bockenheim zeigte am Beispiel der südlichen Weinstraße auf, wie wichtig das Zusammenwirken sei. Gerade die Winzer in der Region müssten zusammenhalten. Wie fünf weitere Vertreter aus den Bereichen kommunale Entwicklungsplanung, Landwirtschaft, Gewerbe, Tourismus und Vereinswesen wurde sie vom Leiter der zuständigen Projektgruppe Kobra, dem Politikwissenschaftler Peter Dell, um ihre Meinung gefragt.

Dabei wurde zwar allgemein deutlich, dass das Leiningerland „insgesamt recht gut aufgestellt ist". Eine Arbeitslosigkeit von lediglich knapp 4 Prozent zum Beispiel sei ein hervorragender Wert. Doch dürfe das nicht über die Schwachpunkte hinwegtäuschen... „Menschen gehen hin, wo sie sich wohlfühlen", sagte der Sausenheimer Ortsvorsteher und Sportvereinsvorsitzende Gerd Walther. Er unterstrich die Bedeutung von Angeboten für Familien und Senioren. Vereine müssten sich überörtlich zusammentun und in Arbeitskreisen den Erfahrungsaustausch pflegen.

Zuvor hatte Dell erzählt, was über 300 Menschen in zehn Fachgruppen bereits im Hintergrund erarbeitet haben. Er würdigte die gute Grundlage der Region für einen erfolgreichen Prozess und wertete es als Vorteil, dass es mit der Bezeichnung Leiningerland bereits eine Marke gebe. Sie müsse nur zu einem bekannten Begriff werden. Er bat die Bewohner der Region, sich und ihre Ideen einzubringen, damit man im November gute Ansätze für die Verwirklichung präsentieren könne.

Die Rheinpfalz, 07.03.2009


 

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